Heinrich Lübke Heinrich Lübke.
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Highlights:
Redekunst
Fische
Hamburg 1964
Helmstedt 1965
Madagaskar 1966
Expo 1967
Kanada 1967
Buga 1965
Wasser
Der Spiegel
Deutsche Welle
Wembley-Tor

Heinrich Lübke, 70, Bundespräsident, der im Oktober 1963 nach dem Tode des Junggesellen Jean Cocteau ein Kondolenzschreiben an die Witwe des Franzosen versandt und im Januar dieses Jahres dem 1961 verschiedenen Professor Theodor Spira ein Glüchwunschtelegramm zum 80. Geburtstag geschickt hatte, telegraphierte an die Witwe des in der Vorwoche verstorbenen Verleger der Dortmunder "Ruhr-Nachrichten", Lambert Lensing: "An Ihrem Schmerz um den Tod Ihres verehrten Gatten nehme ich herzlichen Anteil." Wenige Stunden später ermittelte das Bundespräsidialamt, daß die Adressatin, Louise Lensing, am 12. Januar 1956 verstorben ist.
(Der Spiegel, 5.5.1965)

Heinrich Lübke, 70, Bundespräsident, ließ sich auf dem Güterbahnhof des hannoverschen Vororts Langenhagen – wo Lübke auf der Fahrt von einer Gedenkfeier im ehemaligen Konzentrationslager Bergen-Belsen nach Berlin aus einem Sonderzug stieg, um mit seinem Mercedes zum Flughafen Hannover-Langenhagen weiterzufahren – von zwei Bundesbahnbeamten aus dem Eisenbahnwagon helfen. Lübke, dessen Zug auf die Abstellgleise geleitet worden war, weil ihm die Reiseführer den Anblick des baufälligen Bahnhofs Langenhagen ersparen wollten, erkundigte sich beim Überqueren der Gleisanlagen bei seiner Begleitung, wo das einheimische Empfangskomitee warte. Nachdem er erfahren hatte, daß kein Repräsentant der Gemeinde erschienen sei, schritt Lübke auf ein zufällig am Bahndamm stehendes elfjähriges Mädchen zu und gab ihm die Hand. Der Päsident: "Na, siehst du, nun treffe ich doch noch auf einen Vertreter von Langenhagen."
(Der Spiegel, 12.5.1965)

Heinrich Lübke, 68, Bundespräsident, der sich regelmäßig vom Inhaber des Bundeshaus-Frisiersalons, Karl Werner, die Haare schneiden läßt, rügte den Haarformer wegen eines Interviews, das er der Kölner "Deutschen Zeitung" gewährt hatte. Werner hatte ausgeplaudert, daß sich Lübke die Haare stets im Badezimmer der Villa Hammerschmidt scheren lasse, wobie der Meister dem Präsidenten verraten müsse, "ob seine letzte Rede guten Anklang gefunden habe oder nicht".
(Der Spiegel, 17.7.1963)

Spiegel-Titel 20.5.1964 Heinrich Lübke, 67, Bundespräsident, zeigte sich irritiert, als anläßlich eines Gala-Abends für den Präsidenten von Madagaskar, Philibert Tsiranana, in der Bonner Beethovenhalle ein Würdenträger aus dem Gefolge des Gastes mit einem leise spielenden Transistorradio den Konzertsaal betrat, wo das Städtische Orchester Bonn im Begriff stand, die Rheinische Symphonie von Robert Schumann zu intonieren. Lübke: "Was ist das?"
(Der Spiegel, 5.9.1962)

Heinrich Lübke, 67, Bundespräsident, beantwortete die guten Wünsche, die Bundesfamilienminister Wuermeling ihm vor seiner Abreise nach Wien aussprach ("Es wird dort wohl schönes Wetter sein und auch wärmer") mit den Worten: "Wir gehöhren ja zu der Sorte, die sich gern warmarbeitet."
(Der Spiegel, 4.4.1962)

Heinrich Lübke, 68, Bundespräsident, gab einem Bonner Journalisten auf dessen Frage, warum sein Kopf nicht auf westdeutschen Briefmarken erscheine, den Tip: "Da brauchen Sie mich nur anzusehen." Im übrigen wolle er nicht den in einigen Teilen der Welt praktizierten Personenkult fördern.
(Der Spiegel, 11.4.1962)

Heinrich Lübke, 67, Bundespräsident, gewährte dem Thronfolger von Nepal, Birendra, zusätzliche Protokollminuten, um ihn in die Bedienung eines Fernglases zu unterweisen, das Lübke dem Besucher zuvor überreicht hatte.
(Der Spiegel, 18.4.1962)

Heinrich Lübke, 67, Bundespräsident, rügte bei seinem Neujahrsempfang in der Villa Hammerschmidt die "umständliche Grundsätzlichkeit" in der Glückwunschansprache des nordrhein-westfälischen Vertreters beim Bund, Minister Artur Sträter, und sagte: "Lieber Landsmann, für einen Westfalen war das zuviel – in Ton und Länge!"
(Der Spiegel, 17.1.1962)

Heinrich Lübke, 67, Bundespräsident, blieb gelassen in seinem Mercedes sitzen, als auf der Fahrt von Bad Godesberg nach Bonn einer der ihn eskortierenden Polizisten angefahren und bewußtlos ins Krankenhaus gebracht wurde. Lübke durchs Wagenfenster: "Ist's schlimm?"
(Der Spiegel, 13.12.1961)

Heinrich Lübke, 66, Bundespräsident, änderte sein Vortragsthema bei einem Besuch der Evangelischen Akademie Tutzing eigenmächtig ab: Da ihm die rechte Zeit gefehlt hatte, das angekündigte Thema "Begegnungen der Konfessionen in der Politik" vorzubereiten, sprach Lübke über "Begegnungen in der Politik".
(Der Spiegel, 26.7.1961)

Heinrich Lübke, 66, Bundespräsident, unterbrach während eines Essens in seinem Bonner Amtssitz, zu dem er dreizehn Journalisten gelagen hatte, einen Pressegast am anderen Tischende, der ungeachtet Lübkescher Konversationsfreudigkeit mit einem Tischnachbarn private Unterhaltung pflog. Lübke, mit dem Knöchel auf den Tisch pochend: "An diesem Tisch bitte nur ein Gespräch."
(Der Spiegel, 28.6.1961)

Heinrich Lübke, 66, wie Heuss Nichtjäger, aber Jagdveranstalter, erklärte zur Diplomatenjagd, man könne nur erfolgreich jagen, wenn das Wild vorher gut gehegt und gepflegt worden sei, was im übertragenen Sinn auch für die Politik gelte.
(Der Spiegel, 30.11.1960)

Heinrich Lübke, 66, Bundespräsident, machte anläßlich des "Deutschland"-Stapellaufs auf der Werft Nobiskrug in Rendsburg Gäste und Werftleute unfreiwillig zu Zeugen einer Schäkerei mit seiner Ehefrau Wilhelmine, die kurz vorher die Tauf-Sektflasche geschleudert hatte. Lübke, der keine Ahnung hatte, daß die Lautsprecheranlage noch eingeschaltet war, bemerkte auf der Taufkanzel: "Jetzt siehst du, was du angerichtet hast, jetzt ist das arme Schiff ins Wasser gefallen."
(Der Spiegel, 16.11.1960)

Heinrich Lübke, 65, Bundespräsident, geriet in Bonn während der "Großen Bahnhofs" für Argentiniens Staatspräsidenten Arturo Frondizi in Protokollschwierigkeiten, als er beim Abschreiten der Bundeswehr-Ehrenformation auch das angetretene Musikkorps einbeziehen wollte und seinen widerstrebenden Gast dieserhalb heimlich am Ärmel zupfte. Frondizi gab nich nach und beschränkte sich – protokollgerecht – darauf, die Ehrenkompanie abzuschreiten.
(Der Spiegel, 6.7.1960)

Heinrich Lübke, 68, Bundespräsident, und Gattin Wilhelmine bedienten nacheinander auf dem Rücken des Lübke-Staatssekretärs Hans-Heinrich Herwarth von Bittenfeld, 58, Autogrammjäger, die das Präsidentenpaar bei einem Besuch der Ausstellung "Die Mauer" im Berliner Amerikahaus um Namenszüge gebeten hatten.
(Der Spiegel, 13.2.1963)

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