Lübke wusste noch mehr über Kanada zu erzählen:
Die Reise war hochinteressant. In diesem Lande sich zu bewegen, ist etwas völlig Neues
unserem Lande gegenüber. Während wir hier in Europa, wenn wir ein paar Stunden unterwegs
sind im Flugzeug, über mehrere Grenzen kommen, ist da drüben dieses Land, das 40 mal so
groß ist wie Deutschland, aber nur 19 Millionen Einwohner hat, also ein Drittel der
Einwohner, die Deutschland hat auf diese kleine, äh, auf diesem kleinen Fleck, das ist so
zukunftsträchtig, das ist so reich an Bodenschätzen, das ist so reich an einer bereitwilligen
Arb.. äh, bereitwilligen Arbeitskräften, aber es fehlt ihnen eben an Menschen. Die Fehler in
dieser Bevölkerungspolitik haben die Vorfahren der Kanadier wohl zu vertreten, die hätten ja
schon längst für größere Einwanderungen in andern Jahren sorgen können. Jetzt ist es sehr
schwierig, viele Leute dahin zu kriegen, vor allen Dingen diejenigen, die sich soviel gefallen
lassen müssen in der Arbeit, wie das heute der Fall ist.
[Ich] habe dann im Westen vor allen Dingen die Betriebe gesehen, die landwirtschaftlichen
Betriebe, aber auch gleichzeitig industrielle Betriebe. Der beste Betrieb, den wir gesehen haben,
war ein, deutsch-kanadischer, geteilte Kapital, Kapital.., äh, an, Kapitalfeststellung,
die schufen geschweißte Röhren, Röhren mit einem Durchmesser von über 50 cm. Es war eine
großartige Arbeit, die sie leisteten. Ich habe die alten und die neuen gesehen, aber viele alte
waren nicht da, denn das geht heute ohne weiteres weg, weil die Röhren in dieser Beziehung sehr,
äh, gebraucht werden.