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Am 13. März 1964 war Heinrich Lübke beim "44. Liebesmahl des Ostasiatischen
Vereins" (auf Tradition des kaiserlichen Ost-Asien-Geschwaders zurückgehendes Herrenessen)
in Hamburg und hielt - offenbar völlig unvorbereitet - eine Tischrede,
in der er vor allem von seinen zahlreichen Reisen erzählte:
- In Persepolis steht noch eine alte Burg, wie die heißt habe ich vergessen, und gebaut hat die der Darius oder Xerxes, ich weiß das nicht so genau.
- Indonesien besteht aus Inseln, die liegen teils nördlich, teils südlich vom Äquator, und dazwischen ist eine Menge Wasser.
- Dann kamen wir nach Teheran ... und da habe ich gleich gesehen, die Leute waren alle sauber gewaschen.
- Sukarno wollte ich erst gar nicht besuchen, denn das sollte ja so ein schrecklicher Mensch sein, aber dann habe ich ihn kennengelernt und festgestellt, dass er ein ganz prächtiger Kerl ist.
- Ich habe gesagt, Herr Schah, Sie verstehen nichts von Wirtschaft.
- Der Schah ist ein sehr netter Mann. Er hat mich auch auf die Entwicklungshilfe angesprochen. Er ist der Ansicht, wir sollten lieber weniger Ländern Entwicklungshilfe geben, dafür aber mehr. Er hofft natürlich, dass er dann dabei ist.
Nach der ca. 55minütigen Rede wunderte sich Lübke über den zurückhaltenden Applaus:
"Ihr Beifall ist ja nicht sehr stark und kommt auch ein bißchen langsam." O-Ton Erich Lüth (Pressechef des
Hamburger Senats): "Das Entsetzen unter den Anwesenden war allgemein." Der CDU-Bundestagsabgeordnete Erik Blumenfeld
nannte den Vortrag Lübkes "eine geradezu fürchterlich naive, von geistiger und sprachlicher Armut zeugende Rede".
Blumenfeld versuchte daraufhin verstärkt, die Wiederwahl Lübkes abzuwenden (vgl. "Der Spiegel" vom 20.5.1964).
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