Heinrich Lübke Heinrich Lübke.
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Kurzbiographie

Heinrich Lübke wurde am 14. Oktober 1894 in Enkhausen (heute Hochsauerlandkreis/Westfalen) geboren. Sein Vater war Schuhmacher und betrieb nebenbei eine kleine Landwirtschaft. Nach dem Abitur 1913 studierte Lübke in Bonn, Berlin und Münster Geodäsie, Kulturbautechnik, Landwirtschaft, Volkswirtschaft, Verwaltungsrecht und Philosophie. Er legte sein geodätisches Abschlussexamen und das Große Kulturbautechnische Examen ab.

Der erste Weltkrieg unterbrach diese Studien. Vom 1. August 1914 bis Dezember 1918 war er Soldat, wurde mit dem Eisernen Kreuz I. und II. Klasse ausgezeichnet und schied als Leutnant der Reserve aus dem Militärdienst aus.

Heinrich Lübke

Ab 1923 war Heinrich Lübke in verschiedenen landwirtschaftlichen Organisationen tätig; ihr Zusammenschluss zur Deutschen Bauernschaft und die Gründung der Siedlungs-A. G. "Bauernland" sind weitgehend auf seine Initiative zurückzuführen.
Seit 1931 war er Abgeordneter der Zentrumspartei im Preußischen Landtag, 1933 wurde er aus allen Ämtern entlassen und später zweimal aus politischen Gründen verhaftet. Von 1937 bis 1946 arbeitete er im städtischen Siedlungswesen und für Industriebau- Unternehmen.

1945 schloss sich Lübke der CDU an und wurde noch im Sommer des gleichen Jahres Mitglied des von der britischen Militärverwaltung ernannten Provinziallandtages von Westfalen und am 2. Oktober 1946 nordrhein-westfälischer Landtagsabgeordneter. Vom 6. Januar 1947 bis zum 31. Dezember 1952 gehörte er als Minister für Landwirtschaft und Ernährung dem Kabinett in Nordrhein-Westfalen an.

Unmittelbar nach dem Ausscheiden aus dem Kabinett nahm er seine Tätigkeit als Generalanwalt des Deutschen Raiffeisenverbandes in Bonn auf. Am 28. Juli 1953 ernannte ihn die Landwirtschaftliche Fakultät der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität zum Dr. h.c.

Schon am 14. August 1949 war Heinrich Lübke in den ersten Deutschen Bundestag gewählt worden, am 13. Oktober bereits war er Vorsitzender des Ausschusses für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.

Auch in den zweiten Deutschen Bundestag wurde Dr. Heinrich Lübke gewählt, und am 20. Oktober 1953 berief ihn Bundeskanzler Dr. Konrad Adenauer als Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in sein Kabinett.

Die Bundesversammlung wählte ihn am 1. Juli 1959 in Berlin auf Vorschlag der CDU/CSU zum Nachfolger des Bundespräsidenten Professor Dr. Theodor Heuss. Am 1. Juli 1964 stellte er sich ein zweites Mal zur Wahl und wurde mit großer Mehrheit zum Bundespräsidenten wiedergewählt. Am 30. Januar 1969 verließ Dr. Heinrich Lübke, drei Monate vor Ablauf seiner Amtszeit, die Villa Hammerschmidt. Als Bundespräsident kannte er zwei besondere Anliegen: die deutsche Frage und die Notwendigkeit recht verstandener Entwicklungshilfe für die Völker Afrikas, Asiens und Südamerikas.

Heinrich Lübke starb am 6. April 1972 und wurde in seiner Heimatgemeinde Enkhausen beigesetzt.


Nach:

Hubert Georg Quarta: Heinrich Lübke. Zeugnisse eines Lebens. Versuch einer biographischen Darstellung, Buxheim 1978, S. 250f.

Für diese Webseite wurden außerdem benutzt:

  • Heinrich Lübkes goldiger Zitatenschatz. Einsichten und Ansichten mit Hinweisen versehen von Erhard Kortmann und Fritz Wolf, Bergisch Gladbach 1966.
  • Worte des Vorsitzenden Heinrich. Für den deutschen Menschen gesammelt von den Gebrüdern Grimmig, München 1968.
  • Hans Eiche: Heinrich Lübke. Der zweite Präsident der Bundesrepublik Deutschland, Bonn o.J.
  • Johannes Hermanns: Heinrich Lübke, Freudenstadt 1966 (Persönlichkeiten der Gegenwart, Heft 1).
  • Rudolf Morsey: Heinrich Lübke. Eine politische Biographie, Paderborn München Wien Zürich 1996.
  • Klaus Neumann: Heinrich Lübke, Münster 1999 (Westfalen im Bild, Reihe: Persöhnlichkeiten aus Westfalen, Heft 14).
  • Ursula Salentin: Fünf Wege in die Villa Hammerschmidt. Elly Heuss-Knapp, Wilhelmine Lübke, Hilda Heinemann, Mildred Scheel, Veronica Carstens, 5. Aufl., Freiburg Basel Wien 1985.
  • Theo Simon: Das Kirchspiel Enkhausen. Grundriss seiner Geschichte, Enkhausen 1970.
  • "Der Spiegel", vor allem vom 20.5.1964 und 11.3.1968.
  • Heinrich Lübke ... redet für Deutschland. PARDON verteidigt den Bundespräsidenten, Langspielplatte 1967.
  • Dorothee Meyer-Kahrweg: Die 50er Jahre. Zwischen Wirtschaftwunder und Wiederbewaffnung, Audio-CD München 1999 (Produktion: Hessischer Rundfunk 1998).
  • Das Rundfunkarchiv (12.8.2000). URL (http://www.drarchiv.de/luebke.htm) existiert nicht mehr.

Man vergleiche außerdem den Artikel über Heinrich Lübke in der Wikipedia.



www.heinrichluebke.de